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Tremarella-Technik: Der Einstieg

In letzter Zeit hört man in der Forellenszene immer öfter das Wort “Tremarella”. Hinter diesem Wort verbirgt sich die neue, extrem fängige Angeltechnik aus Italien, dem Mutterland des Forellenangelns.
Tremarella ist also Italienisch und bedeutet übersetzt so viel wie Zittern, Wackeln.

Bei der so genannten Tremarella-Technik versetzt man die Rute in Schwingung, indem man sie schnell auf- und ab oder nach links und rechts bewegt. Diese Schwingungen übertragen sich über die Schnur auf den Köder und erzeugen so eine verführerische Bewegung. Diese Bewegung erzeugt sehr starke Lockreize auf die Forelle. Die Forelle nimmt diese Lockreize über die Seitenlinie auf und attackiert den Köder aggressiv.

Was man für die erfolgreiche Ausführung der Tremarella-Technik benötigt:

Die Ausrüstung

Rute:
Das allerwichtigste zum Tremarella-Angeln überhaupt ist die richtige Rute. Hierzu werden spezielle, so genannte Teleskop Tremarella-Ruten benötigt.

Diese speziellen Ruten verfügen über eine besondere Aktion. Sie sind sehr weich und biegen sich beim ausführen der Tremarella-Technik bis hin zum Mittelteil. Durch den Einsatz spezieller Materialien sind die Tremarella-Ruten extrem dünn aber trotzdem stabil und bieten auch genug Rückrat für weite Würfe. Sie verfügen über eine superfeine, hoch sensible Spitze die jeden noch so feinen Zupfer anzeigt. Auf die Verwendung von Kork oder ähnlichem als Griffmaterial wurde bewusst verzichtet, da man so die Hand direkt auf dem Blank hat und die Bisse besser spürt. Lassen Sie sich nicht durch die dünne Bauart täuschen, selbst mit den feinsten Modellen ist es problemlos möglich auch Großforellen sicher zu landen.

Mit herkömmlichen Ruten ist eine erfolgreiche Ausführung der Tremarella-Technik nur schwer möglich. Sie sind einfach zu “steif” und verfügen nicht über die spezielle Aktion der Tremarella-Ruten.

Warum Teleskop Ruten?
Zum Tremarella-Angeln werden fast nur Teleskop-Ruten verwendet. Nicht etwa um Platz beim Transport zu sparen, sondern weil man mit ihnen die Tremarella-Technik besser ausführen kann. Durch die fest Inneinanderfassenden Teleskopteile entsteht eine geradere Linie, die die Schwingungen besser überträgt. Bei Steckruten behindern die Steckverbindungen diese Schwingungen.

Vielen Anglern viel es schwer von ihren Steckruten loszulassen, da sie seit Jahren nur mit Steckruten fischten. Aber wer einmal eine dieser neuen modernen Tremarella-Ruten in der Hand hält merkt schnell, dass sie durch modernste Rutenbautechnologie den Steckruten bezüglich der Aktion und des Drillverhaltens in nichts nachstehen.

Die meisten Tremarella-Ruten sind in verschiedene Klassen aufgeteilt: Nr.1, Nr.2, Nr.3, Nr.4…. Jede Klasse hat ein unterschiedliches Wurfgewicht und Einsatzgebiet.

Hier eine kleine übersicht:

Nr.1
Die Klasse Nr.1 ist das feinste Modell mit dem geringsten Wurfgewicht (zwischen 3 und 6 Gramm). Dieses Modell kommt beim superfeinen Angeln mit geringen Wurfgewichten wie z.B. Tremarella-Sonar, Tremarella-Blei zum Einsatz. Ideal an kleineren Teichen oder im Uferbereich.

Nr.2
Die Klasse Nr.2 kommt zum Einsatz beim Angeln im Uferbereich- Seemitte (je nach Teichgröße). Das Wurfgewicht liegt zwischen 5 und 10 Gramm) Optimal zum Angeln mit Tremarella-Glas, Tremarella-Sonar oder Tremarella-Blei.

Nr.3
Die Klasse Nr.3 kann man als Allroundmodell bezeichnen. Leichtere Montagen wie die die Posenmontage oder Tremarella-Glas lassen sich ebenso gut werfen wie Bombarden bis 10g. Das Wurfgewicht liegt zwischen 8 und 15 Gramm.

Nr.4
Die Klasse Nr.4 ist für den Einsatz Mittel- großen Seen mit höheren Wurfweiten gedacht. Sie ist insgesamt etwas härten und verfügt über mehr Rückrat was bei höheren Wurfweiten von Vorteil ist. Eignet sich sehr gut zum fischen mit Bombarden. Das Wurfgewicht liegt zwischen 12 und 20 Gramm.

Die Rolle:
Bei der Rolle ist es wichtig auf Qualität, Leichtläufigkeit und gute Schnurwicklung zu achten. Gerade beim langsamen Schleppen kommt es oft vor, dass die Schnur lose ohne Spannung aufgewickelt wird. Hat man eine schlechte Rolle sind Verhedderungen und der damit verbunden Ärger vorprogrammiert. Die Rolle sollte außerdem leicht sein wenn man bedenkt das man die Rute+Rolle lange Zeit in der Hand hält.

Die Montagen:
Als Montagen eignen sich fast alle gängigen Forellenmontagen wie Tremarella-Sonar, Tremarella-Glas, Bombarde, Trillo Trout-Rassel, Posenmontage usw.
Bei der Posenmontage bietet sich die Möglichkeit den Köder auch im stand “aktiv” anzubieten. Hierzu wird die Pose einfach an der gewünschten Stelle positioniert und mit der Tremarella-Technik in Bewegung gesetzt.
Schauen Sie hierzu in die Rubrik “Montagetipps” dort sind viele Montagen erklärt.

Die Schnur:

Bei der Tremarella-Technik wird die Schnur durch die ständige Schwingung stark beansprucht. Durch diese Schwingung kann schnell Drall entstehen. Daher ist es besonders wichtig eine sehr hochwertige Schnur zu verwenden die nicht so schnell verdrallt. Als einer der besten Schnüre für die Tremarella-Technik hat sich die Gorilla UC4 von Tubertini erwiesen. Sie ist besonders weich und verdrallt nicht. Auch die Trota Tremarella von Tubertini, die speziell zum Tremarella-Angeln entwickelt wurde eignet sich hervorragend.
Die Schnurstärke sollte sich zwischen 0,16mm und 0,22mm bewegen.

Der Wirbel:
Als Wirbel sollte man unbedingt einen Dreifachwirbel verwenden, da durch die starke Rotation des Köders sonst Drall im Vorfach entsteht der sich auch auf die Hauptschnur übertragen kann. Der Dreifachwirbel verhindert dies Wirkungsvoll.

Köder:
In erstel Linie verwendet man bei der Tremarella-Technik Naturköder, insbesondere Bienenmaden. Aber auch alle anderen gängigen Forellenköder wie Forellenteig, Twister, Spaghettis und co. lassen sich mit der Tremarella-Technik noch attraktiver anbieten. Wichtig hierbei ist natürlich die richtige Anköderung, so dass der Köder immer rotiert.

Die Technik:
Die Montage wird wie gewohnt ausgeworfen und auf die gewünschte Tiefe absinken lassen. Danach wird die Tremarella-Rute etwa in der 11-Uhr Stellung, mit der Spitze in Richtung Wasser, locker in der Hand gehalten. Jetzt beginnt man die Montage langsam einzuholen. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die Schnur immer leicht gespannt ist und nicht durchhängt.

Während des Einholens bringt man die Rute durch Auf- und Abbewegungen aus dem Handgelenk heraus in Schwingung. Die Rute muss regelrecht geschüttelt werden, so dass sich die Rutenspitze gleichmäßig auf- und abbewegt. Die Rutenspitze sollte dabei bis zu einem Meter nach oben und unter ausschlagen. Die feinen Tremarella-Ruten biegen sich dabei bis hin zum Mittelteil. Die so entstandene Schwingung überträgt sich durch die Schnur bis hin zum Köder und lässt ihr verführerisch “flirren”.

Während des Einholens sollte man immer wieder kurze Drehstopps einlegen. In den Drehstopps nur aufhören zu Kurbeln, die Schwingung wird trotzdem weiter ausgeführt!

Der Biss:
Durch die starke Schwingung der Rutenspitze fällt es manchmal etwas schwer den Biss zu erkennen. Meist ist es so, dass beim Einholen der Schnur mehr Widerstand zu spüren ist oder sich die Schnur strafft. Am besten geben Sie bei jedem Verdacht sofort Schnur, indem Sie die Rutenspitze schnell in Richtung Köder bewegen oder den Schnurfangbügel öffnen. Oft attackieren die Forellen den Köder so stark, dass sie sich selbst Haken und ein Anschlag nicht mehr nötig ist. Dies erfordert ein wenig Übung aber nach kurzer Zeit hat man den Dreh schnell raus.